So wechseln wir die Farbe – Farbwechsel leicht gehäkelt mit Totalwollig

So wechseln wir die Farbe – Farbwechsel leicht gehäkelt mit Totalwollig

Häkelnd die Farbe wechseln

Heute haben wir für euch unser Teammitglied für Häkeltechniken befragt, wie sie einen schönen Farbwechsel häkelt. Außerdem wollten wir von ihr wissen, wann sie welche Farbwechseltechnik einsetzt. Ein Interview mit Mona, dass uns weiterbringt. In der Zukunft kein Ärgern über unschöne Farbwechsel mehr – versprochen!

Beginnen wir mit dem Einfachsten

„Ein leidliches Thema das früher oder später bei jedem Häkelprojekt auftaucht – man muss die Farbe wechseln, oder einen neuen Faden aufnehmen, weil der alte Knäuel aufgebraucht ist. Ein Farbwechsel sollte möglichst unauffällig sein, wie kann man diesen möglichst schön häkeln?“

Mona:
„Das ist eigentlich gar nicht so schwer, viele scheuen sich davor und „basteln“ sich eine neue Farbe in das Projekt. Funktioniert ganz simpel: Es befindet sich eine Schlaufe auf der Nadel und man ist VOR der letzten Masche mit der „alten“ Farbe. Jetzt sticht man durch die letzte Masche ein, holt den Faden in der gleichen Farbe und legt den Faden der neuen Farbe mit dem Ende nach hinten auf das Häkelstück. Nun mascht man mit der neuen Farbe ab.“

„Warum häkelst du den Farbwechsel so? Vor allem, warum beginnt dein Farbwechsel schon 1 Masche vor dem eigentlichen Farbtausch?“

Mona:
„Das Ergebnis ist wesentlich sauberer bzw. ordentlicher. Man bekommt direkt die 1. Masche in der neuen Farbe. Wenn man erst zur neuen Masche wechselt sieht es so aus, als würde die alte Farbe mit reinfließen…..Am besten fuktioniert das wenn du in Runden häkelst.
Bei Häkelprojekten, bei denen in Reihen gehäkelt wird aber quasi auch.. da mascht man die letzte Masche vor der Wendeluftmasche mit der neuen Farbe ab, sodass diese als Ganzes in der neuen Farbe ist.“

Und wenn oft die Farbe gewechselt werden soll?

Wenn ich mehrere Farbwechsel hintereinander häkeln muss, z.B.: für ein Muster in einer Decke, wie kann ich das am sinnvollsten ausführen, damit ich nicht unnötig Fäden vernähen muss?

Mona:
„Dafür gibt es die Möglichkeit den ursprünglichen Faden nicht abzuschneiden und später zu vernähen, sondern man kann ihn einfach mitlaufen lassen. Das kann zum Beispiel auch Sinn machen, wenn nur bestimmte Abschnitte bzw. Segmente in einer anderen Farbe gehäkelt werden sollen. Also als ganz simples Beispiel: Du möchtest ein andersfarbiges Bauchpatch nicht extra häkeln und aufnähen, sondern direkt einhäkeln. In diesem Beispiel, möchte man ja nach einem relativ kleinen Abschnitt wieder die Hauptfarbe häkeln.“

In Runden - jetzt wirds richtig bunt

Verschwendet man nicht sehr viel Wolle, wenn man z.B. je zwei ganzen Runden häkeln möchte? Dann müsste man ja die Basis-Farbe über die kompletten zwei Runden ziehen…
Rippenball - Farbwechsel in Runden
Rippenball – Farbwechsel in Runden

Mona:
„Ja das ist natürlich nicht sinnvoll: Die Lösung ist aber relativ einfach. Der Der Endfaden der ursprünglichen Farbe bleibt an der Stelle des Farbwechsels hinten liegen (auch ohne abzuschneiden). Kommt man nach einer oder zwei Runden wieder an dieser Stelle an (Rundenanfang), wird einfach mit dem „wartenden“ Faden der nächste Farbwechsel gehäkelt. Der Faden wird von innen sozusagen hochgezogen. Dies ist natürlich nur dann machbar, wenn die Innenseite des Projektes sowieso später keine Rolle spielt.“

Expertentipp

Kann ich mir theoretisch das Vernähen sparen wenn ich den Endfaden mitlaufen lasse? Sprich, wenn ich die Farbe gar nicht mehr benutzen möchte?

Mona:
„Klar, das macht sogar viel Sinn. Wenn die alte Farbe komplett beendet werden soll, kann man die beiden Enden beim Wechsel verknoten und entweder innen liegen lassen oder wenn es aber kein „Innen“ gibt, also auch von der anderen Seite sauber aussehen soll, kann man den Faden dann mitlaufen lassen. Das bedeutet also nicht mithäkeln, sondern „auf“ den Maschen einfach liegen lassen und dann ist das Ende gleich mit weg.“

Funktioniert das auch wenn ich Reihen häkeln möchte?

Mona:
„Bei Reihen ist das schwieriger, da man hier die alte Farbe in den Wendeluftmaschen sehen würde.. da muss man den Faden abschneiden und in die alte Farbe hinein zurück vernähen..Ich habe aber ehrlich gesagt noch nie versucht bei Reihen den Faden mitzunehmen.. wenn man jedoch in einer Reihe eine andere Farbe einbaut und dann wieder zur alten will (in der selben Reihe) sollte man die alte Farbe auch auf den Maschen mitlaufen lassen.“

Super, mit diesen Tips klappt es richtig gut und vor allem mit einer durchgehenden Technik. Kein „Gebastel“ mehr. Gibt es noch etwas wichtiges zu beachten?

Mona:
„Ja, du solltest mit einkalkulieren: Ob das Mitlaufen unsichtbar ist, hängt immer davon ab, wie locker man häkelt und wie sich die Wolle verhält…. bei besonders dünnen Fäden kann es schon sein, dass  man den Wechsel dann wohl eher sehen wird… trotz sauberen Arbeitens.“

Sooo, wir bedanken uns bei dir für das liebe aufschlussreiche Gespräch. Wer sich das noch einmal genauer anschauen möchte, der kann gerne in unseren Tipps und Tricks noch einmal die Kniffe nachschauen.

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